Verein :: Der Braunschweiger Tanz-Sport-Club e.V.

Historie 50 Jahre BTSC

 

Mit der Gründung des Vereins im Jahre 1962 begann für die Tanzsportfreunde Braunschweig eine aufregende und erfolgreiche Zeit. Zahlreiche Paare und Formationen tanzten sich seitdem in die nationale und internationale Spitze. 

Zum 50. Jahrestag lud der Braunschweiger TSC am 20. Oktober 2012 seine Fans und Freunde zu einer Jubiläumsfeier in die Braunschweiger Stadthalle ein. Die Gäste erlebten einen bezaubernden Abend mit Showeinlagen aus den Bereichen Standard und Latein, dargeboten von Tänzerinnen und Tänzern des BTSC. Die Formationen zeigten eine musikalische und tänzerische Zeitreise mit einem Querschnitt ihrer erfolgreichsten Choreografien. Für jeden Tanzbegeisterten war etwas dabei.



Anlässlich der Veranstaltung schrieb der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig Dr. Gert Hoffmann ein begleitendes Grußwort.



 

Der Braunschweiger Tanz-Sport-Club e.V., kurz BTSC, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem ehrenvollen Jubiläum gratuliere ich dem Verein, seinem Vorstand und allen Mitgliedern auf das Herzlichste.

Seit Jahrzehnten steht der BTSC für international herausragende Leistungen im Formations-Tanzsport, auf die der Club und die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer mit Recht stolz sein können: Achtfacher Welt-, zehnfacher Europameister und vierzehnmaliger Deutscher Meister – so erfolgreich war bisher kein Braunschweiger Verein.

Mit dem Wort Tanzen verbinden wir die Vorstellung von Harmonie, Anmut und Schönheit, von Fröhlichkeit und Lebensfreude. Tanzen zieht Menschen jedes Alters in seinen Bann, es verbindet die Geschlechter, ebenso wie Menschen unterschiedlichster Herkunft. Bei den Formationstänzen handelt es sich um die optisch wohl schönste Veranstaltung im Tanzsport. Tanzen ist Inbegriff für die Kunst der Bewegung schlechthin und in Ihrem Fall für höchste Virtuosität.

In der heutigen Zeit werden hohe Erwartungen an Sportvereine und vor allem auch an einen so überaus erfolgreichen Verein wie den BTSC gestellt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, aber auch viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen notwendig. Mein Dank gilt daher an dieser Stelle denjenigen, die den Verein in seiner Geschichte umsichtig geleitet haben, den Trainern und Übungsleitern, den Sportlerinnen und Sportlern sowie allen, die sich in diesen Jahrzehnten uneigennützig in den Dienst des BTSC gestellt haben.

Ich wünsche dem Verein für die Zukunft eine weiterhin glückliche und erfolgreiche Entwicklung. Es ist zu wünschen, dass die Interessen des Sports in unserer Gesellschaft den Stellenwert behalten, der ihnen zukommt.

Dieses Jubiläum ist ein Meilenstein in der Geschichte des Vereins, und er ist es wert, würdig gefeiert zu werden. Allen Tänzerinnen und Tänzern sowie allen Gästen der Jubiläumsgala wünsche ich frohe und unvergessliche Stunden.

Dr. Hoffmann

Oberbürgermeister 




Kurzfassung der Vereinsgeschichte des BTSC in chronologischer Reihenfolge:


1962 - Die Idee und die Gründung

Im Frühjahr 1961 trafen sich einige Paare eines Tanzkreises der Tanzschule Münich und dachten darüber nach, wie sie ihr Hobby intensiver pflegen könnten. So kamen sie zu der Idee einer Club-Gründung. Im Januar 1962 wurde aus der Idee Wirklichkeit. Der Geburtsort war die Tanzschule Münich.
Der Anschluss an den DTV erfolgte im Herbst als 15. ordentliches Verbandsmitglied in Niedersachsen. Nun konnten offiziell Turniere ausgerichtet werden.
Die erste Heimstatt des jungen Clubs war das Schützenhaus an der Hamburger Straße, sowie die Tanzschule Münich. 

1963 - Das erste hochkarätige Turnier des BTSC

Dieses Einladungsturnier fand in Braunschweig im Waldhaus Ölper statt. Es nahmen unter anderen Karl und Ursula Breuer teil, die seinerzeit mehrfache Deutsche Meister waren. Der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 58 Mitglieder.

Jedes Jahr wurden nun Tanzturniere der A-und S-Klasse ausgerichtet und der rege Betrieb bedurfte einer Geschäftsstelle. Diese wurde 1964 in der Hermannstraße eingerichtet. 

1966 bis 1968 - Reger Turnierbetrieb/Ausrichtung der ersten Deutschen Meisterschaft

In diesem Jahr kamen einige Turnierpaare hinzu und der BTSC veranstaltete bereits sechs Tanzturniere und genoss in und um Braunschweig herum einen ausgezeichneten Ruf.

Der Verein richtete die erste Großveranstaltung in der Stadthalle in Braunschweig aus, die Deutsche Meisterschaft der Senioren A-Klasse. 

1969 - Eintritt in den Post SV

Die Zahl der Turnierpaare war nunmehr bereits auf 30 angestiegen und die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten des Vereins waren erschöpft. Deshalb schloss man sich dem Postsportverein Blau-Gelb Braunschweig mit einer selbstständigen Abteilung an und hatte sofort 92 Mitglieder.

Trainingsstätte war die "Rote Wiese" auf dem Gelände des Post SV. Trotz dieses gewaltigen Umbruchs, richtete der BTSC die Deutsche Meisterschaft der Senioren Sonderklasse in der Stadthalle Braunschweig aus. 

1970 bis 1972 - Sportliche Erfolge zahlen sich aus.

In der Statistik der 170 Sportclubs im Bundesgebiet und West Berlin nahm der Verein bereits einen ausgezeichneten sechsten Platz ein. Es gab eine riesige Nachfrage jugendlicher Paare und einzelner Personen nach tanzsportlicher Betätigung und der BTSC richtete eine Jugendgruppe ein. 

1973 - Die Standardformation wurde geboren

Für den Herbstball wurde in diesem Jahr mit zwölf Paaren eine Standardformation zu gängiger Tanzmusik eingeübt. Die Geburtsstunde der Formation!

Der Verein zählte 158 Mitglieder. 

1974 bis 1979

Der Zuwachs an Mitgliedern stieg. Es entstand die Jugendgruppe „Rote Wiese“.
1976 kamen eine Jugend-Latein-Formation und eine Steptanz-Gruppe hinzu. Wegen der Engpässe im Platzangebot spielte der Vorstand zeitweise mit dem Gedanken, eine eigene Tanzsporthalle zu bauen. Schließlich gelang es unter Beihilfe des Sportausschusses der Stadt den Saal von TURA in der Echternstraße anzumieten, der von den Mitgliedern für die Belange des Tanzsports renoviert wurde.

1977 wurde das Regelwerk des Deutschen Tanzsportverbandes geändert und es wurden in Braunschweig die letzten offenen Formationsmeisterschaften ausgetragen. 
 

1982 bis 1986 – Der BTSC wird "Spitze"

Der Weg der Formation ging in diesem Zeitraum steil nach oben. Mit dem 4. Platz bei der DM in Hamburg wird der BTSC 1982 Niedersachsens Nummer 1.
1985 richtete der BTSC die Deutsche Meisterschaft aus und ging mit einer A- und einer B- Formation ins Rennen. Die B-Formation holte den sechsten, die A-Formation den zweiten Platz und wiederholte diese Platzierung sogar bei der darauffolgenden Weltmeisterschaft in Berlin.

1986 folgte der Europameistertitel in Holland, 1987 gab es jeweils zweite Plätze bei der DM, der EM sowie der WM. Der BTSC war nicht nur ganz oben angekommen, sondern hatte sich fest etabliert.

Auch die Einzelpaare profitierten von den hervorragenden Leistungen der Formation und heimsten in den Folgejahren viele erstklassige Erfolge ein. 
 

1988 – Umzug in die Böcklerstraße

Damit Breiten- und Turniersport zusammengelegt werden konnten, wurde das "Projekt Böcklerstraße" in Angriff genommen. 

1988 – „Rudi" wird Formations- und Erfolgstrainer

Rüdiger Knaack, seinerzeit Deutscher Standard-Meister, wurde Trainer der Formationen und eilte dank seiner tänzerischen- und musikalischen Kreativität in den kommenden Jahren mit beiden Mannschaften von Erfolg zu Erfolg. Meistertitel und zweite Plätze reihten sich bei Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften aneinander. 

1994 bis 1995 Böcklerstraße wird Landesleistungszentrum

Der zweite Bauabschnitt mit den Sälen 3 und 4 bewog den Niedersächsischen Landestanzsportverband die Böcklerstraße zum Landesleistungszentrum zu erklären.
 

2000 bis 2002 – Eigenständigkeit, Mitgliederhöchststand, Chinareise

Nach einem Tief 1998 trumpfte der Verein im Milleniumjahr 2000 wieder auf und holte sich in neuer Kulisse in der Volkswagen Halle in Braunschweig den Weltmeistertitel.
Der Postsportverein ging 2001 in Insolvenz - ein schwieriges Jahr für die Tänzer!
Sie gründeten mit 615 Mitgliedern den Braunschweiger Tanz-Sport-Club e.V.
Trotz aller Unbill holte die A-Formation den Deutschen Meistertitel und zweite Plätze bei EM und WM!
2002 stieg die zweite Mannschaft in die 2. Bundesliga auf und der Verein hatte nunmehr 730 Mitglieder.
Auf Einladung der VW-Bank reiste eine Delegation nach China und feierte in Riesenhallen Riesenerfolge. 

2003 bis 2004 - Erweiterung der Titelsammlung

Rüdiger Knaacks Team sammelte mit den Formationen nationale und internationale Erfolge.
Parallel zu den Formationen feierten auch Turnierpaare immer wieder gute Platzierungen.  Als Beispiel seien genannt die Paare Schack/Susa, Jonasson/Urbanski, Koschnitzki/Grigowski, Teufert/Weber sowie Langpaap/Schmidt und Geschwister Meyer-Ulex. 

2005 - Das "Musica E"- Jahr

Mit der Formationskür zu „Musica E“ landete Rüdiger Knaack einen Volltreffer! Mit der Choreografie zu den Erfolgstiteln des italienischen Popsängers, Eros Ramazotti, ertanzte das A-Team sämtliche Titel: Es wurde Europameister in Stuttgart, Deutscher Meister in Bremen und als Krönung ging der Weltmeistertitel in Elblag ebenfalls nach Braunschweig! 

2006 bis 2008 - Ein "Auf und Ab"

Die A-Formation ertanzte sich in den Hauptwettbewerben zweite bis vierte Plätze. "Rudis" Choreographie "Music cultures" vermochte die Wertungsrichter nicht gänzlich zu überzeugen.
Besonders erfolgreich war 2008 das der Formation zugehörende Paar Matthias Nadolski/Marion-Karin Tecza. Es wurde in der Standard-A-Klasse DeutschlandCup-Sieger.
Leider sank in diesem Zeitabschnitt der Mitgliederstand auf 498. 

2009 bis 2010 - Jugend-Ostermarathon erstmalig beim BTSC

Mehrere Jugendpaare machten von sich reden und erreichten das Finale im DeutschlandCup. Das Paar Alexander Stendel/Jasmin Ringwelski gewinnt die Deutsche Meisterschaft der Jugend und wird Deutscher Jugendmeister 2009.
Erstmalig richtete der BTSC das größte norddeutsche Jugendturnier, den Ostermarathon aus. Knapp 600 Beteiligte brachten von Karfreitag bis Ostersonntag reges Leben in die Säle mit hochklassigem Tanzsport im Kinder und Jugendbereich.
Was gut ist, bleibt. Der Ostermarathon wurde auch 2010 ausgetragen und der DTV ließ drei von fünf Kaderlehrgängen in den Räumen des BTSC durchführen. Das Trainingszentrum wurde dadurch bundesweit zu einer anerkannten Größe. 

2011 bis 2012 -  "Immortality" oder Unsterblichkeit

Rüdiger Knaack, längst bester Formationstrainer der Welt, setzte mit der Choreographie "Immortality" wieder einmal Akzente. Die A-Formation wurde 2011 in Bremen Deutscher und in der Volkswagen Halle in Braunschweig Weltmeister und erntete für ihre Auftritte Ovationen.
Die B-Formation schaffte 2011 den Aufstieg in die 1. Bundesliga.
2012 verteidigte die A-Formation den Weltmeister-Titel erfolgreich. 

2013 - Der Brand

Dachdeckerarbeiten verursachten einen Brand im Saal 1 des Tanzsportzentrums. Dies behinderte den ordentlichen Betrieb in der Böcklerstraße über Monate.
Aktuell hat die A-Formation die erstmalig ausgetragenen World DanceSport Games in Kaohsiung/ Taiwan gewonnen.
Bei der kurz darauf ausgetragenen WM in Tyumen, Russland, belegte sie den zweiten Platz hinter den Gastgebern, die den Heimvorteil für sich nutzen konnten.
Bei der Deutschen Meisterschaft am 9. November 2013 in der Volkswagen Halle in Braunschweig verteitigte die A-Formation ihren Titel.
Leider stieg die B-Formation aus der 1. Bundesliga wieder ab.