Rudis 17 Choreographien
DAS ARCHIV DER BERÜHMTEN CHOREOGRAPHIEN
Rüdiger Knaack, aktuell Bundestrainer Standard im Tanzsport Deutschland, setzt als erfolgreichster Standardformationstrainer der Welt neue Maßstäbe mit eigenen Choreographien. Revolutionierend ist die tänzerische Umsetzung beliebter Musicals oder weltbekannter Pop-Musik zu immer schnelleren Takten und wechselnden, schwierigeren Bildern.
Seine Choreographien wie „Joi Maman“, „Phantom der Oper“, „Zarah“, „West Side Story“, „Conquest of Paradies“, „Lulu“, „Jekyll & Hyde“, „Magic of Love“, „Celine“, „Musica é“, „Music Cultures“, „Ballads of Rock“, „Immortality“, „In constant touch“, „Light & Darkness“ und „Dancing on the Ceiling“ werden bei nationalen und internationalen Turnieren glänzend in Szene gesetzt.
Aktuell tanzt die Formation die Choreographie „Unforgettable #17 – The Final Curtain“, mit der sie 2024 den Titel bei der Deutschen Meisterschaft erfolgreich verteidigte und den Vize-Weltmeistertitel in die Löwenstadt holte.
Die A-Formation präsentiert sich mit Showauftritten weltweit. Bereits viermal (1989, 1992, 1995 und 1998) tourte sie durch die Volksrepublik China. 1993 und 1997 ging es nach Hong Kong und Australien. Die USA, Japan, Frankreich, Luxemburg sowie wiederholt China standen in den vergangenen Jahren auf dem Programm. Stets stellte die Delegation unter Beweis, welche Faszination vom Tanzsport ausgehen kann. Auch im Fernsehen zeigt sich die Formation immer wieder als zauberhafter Botschafter der Sportstadt Braunschweig.
Unforgettable #17 - the final curtain
Dancing on the ceiling
Idee: Rüdiger Knaack, Thomas Kitta Musik: Michi Högl “Hello, is it me you’re looking for?” Lionel Richie meldet sich eindrucksvoll zurück.
2019 meldet sich Lionel Richie mit einem neuen Live-Album “Hello From Las Vegas” zurück und begeistert die Fans mit einem spektakulären Querschnitt durch seine außergewöhnliche Karriere. Auf seinem neuen Album gibt es eine Auswahl seiner beliebtesten Songs aus seinen Soloalben sowie Hits aus seiner Zeit mit den Commodores, darunter “All Night Long”, “Hello”, “Say You, Say Me”, “Dancing On The Ceiling”, “Truly”, “Three Times A Lady” und “Easy”. Auch das inspirierende Live-Konzert „Symphonica in Rosso“ diente Rüdiger Knaack als Grundlage für die neue Choreographie der A-Formation des Braunschweiger TSC. Neben einem Oscar, einem Golden Globe, vier Grammy Awards und mehr als 100 Millionen verkauften Soloalben katapultiert sich der Sänger im Jahr 2019 bei den Billboard Top 100 Artists (Billboard Hot 100 sind eine Hitparade des amerikanischen Billboard-Magazins. Sie sind die wichtigsten Singlecharts in den USA) auf Platz 1. Für Trainer Rüdiger Knaack Grund genug, diese Musik-Ikone mit einer Standardchoreographie zu würdigen. „Dancing on the ceiling“ – frei übersetzt: „Tanzen auf dem höchsten Niveau oder am Limit tanzen“ – überzeugen Sie sich selbst…
Light and Darkness
Von 2017 bis zuletzt lagen drei Jahre Licht und Schatten auf einer Kür, die wie keine andere, Höhen und Tiefen erlebt hat. Zudem hat eine Braunschweiger Musik selten so sehr polarisiert.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: das war das Credo der „light & darkness“ (der Titel „Kontraste“ war leider schon vergeben). Sie sollte anders werden als das, was man bislang von Braunschweig und auch von der Konkurrenz kannte. Inspiriert vom Symphonic Metal und auf Grundlage der Band Whitin Temptation, wurde ein 19-Tanzwechsel schnelles und epochales Arrangement geschaffen. Als innovativ galten die verschachtelten Tänze, wie der untypische 6/8-Wiener Walzer (der wie ein Tango klingt) oder geschickt verarbeitete Quicksteps. Die Musik lebt dabei von einem voluminösen Orchester, unterstützt durch E-Gitarren sowie von einer sanften, weichen, gar zerbrechlichen weiblichen Stimme, die sich über all dem erhebt und den Gegensatz zu dem sonst harten instrumentalen Arrangement darstellt. In gewohnter Weise und in monatelanger Arbeit wurden jede gespielte Note und jeder Schritt so verarbeitet, dass sie die choreographische Darstellung der Musik bestmöglich unterstützten. Ein besonders hohes Augenmerk lag dabei auf der tänzerischen Qualität, um die spezifisch arrangierten Tänze sichtbar darzustellen.
Das neue Projekt sollte der Mannschaft wieder zu Gold verhelfen. Doch es kam anders: Auf der Deutschen Meisterschaft 2017 in Bremen wurde ein enttäuschender dritter Platz ertanzt. Über 20 Jahre nach der „Lulu“ haben die Braunschweiger Tänzerinnen und Tänzer erstmals kein Gold oder Silber gesehen und mussten sich mit Bronze zufriedengeben. Zum Glück gelang bereits im Frühjahr die Qualifikation zur Heim-WM… Dank sehr motivierender Worte der Trainer ist es auf dieser gelungen, die nationale Konkurrenz auf Abstand zu halten und die VW-Halle in einen Hexenkessel zu verwandeln. Mit nur 0,12 Punkten Differenz zum neuen Weltmeister Vera wurde Braunschweig zumindest den Russen gefährlich. Silber war der hart erkämpfte Lohn für eine außergewöhnliche Choreographie! Noch heute erinnern sich die damaligen Teammitglieder gerne an das atemberaubende Gefühl, schon beim Betreten der Fläche zum Finaldurchgang mit Standing Ovation getragen und motiviert zu werden.
Im Jahr 2018 folgte ein weiterer Deutscher Meistertitel und WM-Bronze. Auf den vierten Platz bei der WM 2019 in Moskau folgte der zweite Platz bei allen nationalen Wettkämpfen. Im Frühjahr 2020 verabschiedet sich die „light & darkness“ mit gemischten Gefühlen; konnte sie ihr Potenzial doch nie richtig entfalten. Ihr folgt im Herbst ein neues Kapitel Braunschweiger Tanzsportgeschichte.
Immortality
Hans Zimmer schafft mit seiner Filmmusik Kinoerlebnisse, wie kein anderer seiner Branche. Für viele der großartig inszenierten Blockbuster hat er eingängige Melodien geschaffen. Alle können sie mitsummen oder verbinden sie beim Hören sofort mit den jeweiligen Szenen und Bildern… Einfach unverkennbar. Einfach unsterblich…
Wie Hans Zimmer mit den Filmorchestern so steht Rüdiger Knaack, schon jetzt einer der bekanntesten und gefragtesten Formationstrainer der Welt, für absolute Perfektion. Mit seinem neuen Thema sollte etwas Neues kreiert werden, etwas Einmaliges noch nie Dagewesenes. Etwas, das in Erinnerung bleibt. Eben unsterblich. Da war es naheliegend, dass sich der Erfolgscoach der Musik von Hans Zimmer annahm. Die „Immortality“ war geboren. Herausfordernd und energiegeladen durch die schnellen Wechsel von weichen Violinen hin zu harten, dunklen Tönen, wirkt sie bis heute wie ein ganz eigener Blockbuster.
Das tänzerisch umzusetzen, forderte dem Team wie immer alles ab. Es wurden etliche Stunden im Saal verbracht, um jede Figur, jeden Schritt, jeden Rücken, jeden Drehgrad und jeden Kopf zu perfektionieren. Wie immer sollten die Figuren PERFEKT zur Musik passen. Musikalität ist das A und O in Knaacks tänzerischem Verständnis. Und auch hier ist es ihm wieder geglückt:
In den drei Jahren, in denen die Choreografie auf etlichen Turnieren getanzt wurde, konnte sie nahezu alles gewinnen, was es zu gewinnen gab: 2 Weltmeistertitel , 3 Deutsche Meistertitel , 3 Bundesliga-Saisons und die erstmalig durchgeführten World Dancesport Games in Taiwan gingen auf das Konto des Teams.
Erfolgreicher war bisher keine Choreografie des BTSC!
Wenn das nicht Unsterblichkeit ist….
In constant touch
Nach drei unsterblichen Jahren galt es 2014 mit neuer Musik und Choreo national wie international zu überzeugen.
In Folge der eher schweren und größtenteils mystischen Musik der „Immortality“ musste etwas mit Leben und Farbe als Kontrast auf die Fläche gebracht werden. Ganz im Sinne des künstlerischen Stils, der in Braunschweig praktiziert wird, durften dabei weder Gefühle noch Emotionen auf der Strecke bleiben. Diesmal sollten Themen wie Freundschaft und Liebe in den Vordergrund gerückt werden. Bei allem Ärger, dem man im Alltag begegnet, ist es mit Weggefährten nur noch halb so schlimm. Und eine echte Freundschaft kann nichts erschüttern, selbst wenn man sich Tage, Wochen, gar Monate nicht gesehen hat. Ein Großteil des neuen Arrangements ist geprägt von Powerfrauen wie Rihanna, Leona Lewis, Alicia Keys und Kelly Clarkson, die mit ihren Stimmen ein Millionenpublikum begeistern und den Machern des neuen Braunschweig-Projekts mit ihren Top-Hits die Grundlage für die „In constant touch“ boten. Dabei ist es den Streichern und Waldhörnern, die der Musik eine unglaubliche Tiefe verleihen, zu verdanken, dass das Arrangement den gewünschten Zielvorstellungen entspricht.
Aber die Zuschauer sollten nicht nur die Musik, sondern auch die bildstarke Choreographie genießen können. Trotz der rasanten und im Schnitt nach zwei Takten wechselnden Bilder, wurde der Betrachter nicht überfordert. Das Markenzeichen der Choreographie: die Mannschaft tanzt überwiegend in kompakten Bildern und die Paare nahezu im kompletten Hauptteil und dem Titel entsprechend in Haltung zusammen. Die Choreographie zeugt von der nach wie vor hohen tänzerischen Qualität der Braunschweiger A-Formation. Der Lohn: 2014 konnten WM- wie DM-Titel erfolgreich verteidigt werden.
2015 erfolgte dann ein großer Umbruch in der Formation. Binnen weniger Monate musste Cheftrainer Rüdiger Knaack ein neues Team formen. Um den Anforderungen gerecht zu werden, wurde viel investiert. In dieser Zeit hat sich ein unbeschreibliches Teamgefühl entwickelt. 2015 konnte unter den vermeintlich ungünstigen Bedingungen DM-Silber sowie Bronze bei EM und WM gewonnen werden. Ein Jahr später gelang der neuen Mannschaft der nationale Titelgewinn und Platz zwei auf der Weltmeisterschaft, gefolgt vom Bundesligasieg 2017 und der direkten Qualifikation für die bevorstehende Heim-WM. Ein großer Meilenstein für die junge Mannschaft und erneut ein großer Erfolg für den Meistermacher persönlich.
Mit dem letzten Ligaturnier 2017 in Braunschweig wurde die Kür vor eigenem Publikum und mit einem emotionalen Finale verabschiedet. Am Ende hat sie für alle Beteiligten – und in schöner Erinnerung – Spuren im Sand hinterlassen.
Ballads of Rock
Mittlerweile 18 Jahre nach dem Welterfolg mit dem „Phantom der Oper“ soll 2009 eine neue Choreografie – Rudis 11. – an den Start gehen und sich mit der Konkurrenz messen.
Wie immer legt er dabei extrem viel Wert auf den sportlichen und künstlerischen Anspruch, eine Kurzweiligkeit für den Zuschauer (und hoffentlich auch für den Tänzer ) und die entsprechenden Überraschungsmomente.
Bei der „Ballads of Rock“ liegen die Überraschungsmomente vor allem in den Bildern, die überwiegend rückwärts durchtanzt werden. Da durfte gern mal die Dame Navi spielen. Außerdem wechseln die Paare in nur einem Takt die Bilder, bilden aus Reihen Quadrate oder es wird aus allen vier Ecken auf die Mitte zugetanzt und ein Kreuz gebildet, um dann direkt in einem neuen Bild (2-1-2-1-2) zu enden. Die Musik ist aus Rockklassikern zusammengestellt, die lange nicht im Radio gespielt wurden und langsam in Vergessenheit gerieten. Insbesondere das Zusammenspiel aus Rockmusik und den weichen, romantischen Texten war und ist das Reizvolle für den Cheftrainer. Dabei wirkt die Musik auf keinen Fall altmodisch oder gar langweilig. Der rhythmische Beat und die kraftvollen Stimmen reißen das Publikum mit und lassen den Vortrag dadurch kurzweilig erscheinen. Und plötzlich hörte man die eingearbeiteten Titel wieder öfter im Radio.
Die Schrittfolge wurde von Knaack wie immer so gewählt, dass sie 1:1 zur Musik passt. Selbst nach Jahren können die Tänzer von damals diese (und auch nahezu jede andere) Choreografie tanzen, weil sie so eindeutig ist. Somit waren alle vier Kriterien Knaacks erfüllt : tänzerische Qualität, sportlicher Anspruch, Überraschungsmomente und Kurzweiligkeit.
Daher konnte die Ballads auch wieder die zuvor ausgebliebenen Titel einheimsen: die Bundesliga wurde in beiden Saisons deutlich gewonnen und auch bei der DM und EM 2010 wurden die Goldmedaillen mit nach Hause genommen. Selbst nach 20 Jahren und 10 weiteren Choreografien zeigte Rüdiger Knaack, dass er immer noch in der Lage ist, Neues zu kreieren und er mit seinen Werken und seiner Formation zur Weltspitze gehört.
Music Culture
„Simply the Best. Better than all the Rest!“ erklingen die ersten Töne der neuen Musik. Selbstbewusst oder einfach arrogant?
Rüdiger Knaack, heutiger und damaliger Cheftrainer der A-Formation, beschreibt die Idee der folgenden Choreografie wie folgt:
Es sollen Songs und Texte verwendet werden, die rund um die Welt gingen und damit weltbekannt sind. Musik verbindet alle Menschen, egal welcher Kultur, Religion, Sprache oder Überzeugung. Das Bindeglied war, ist und bleibt die Musik.
Für dieses Projekt kam für Rudi nur eine Künstlerin infrage, die dem gerecht werden konnte, da sie seiner Meinung nach eine der allergrößten Künstlerinnen der Welt ist: Tina Turner!
So sollte ihr damaliger Song „Simply the Best“ als Grundlage und Leitfaden dienen, der den Zuhörer und Zuschauer durch die verschiedenen Länder musikalisch begleitet und mitnimmt. Dabei wurde jedes Land unterschiedlich musikalisch arrangiert: seien es die typischen indischen Klänge zu Beginn, die afrikanischen Trommeln in der Tango-Achterreihe oder der amerikanische Ghospelchor. Dabei wurde bei den Trommeln eine weitere Raffiniertheit eingebaut: drei Paare tanzen Tango, 5 Paare tanzen zu den gleichen Takten SlowFox, um dann gemeinsam im SlowFox in die Tango-Achterreihe zu tanzen.
So wurden in die Choreografie mit dem passenden Namen „Music Cultures“ überraschende Momente, ein hohes Tempo und eine Dynamik eingebaut, die beweisen sollten, dass der Braunschweiger TSC sowohl national als auch international weiterhin ganz vorne mit dazu gehört.
Leider blieb der große Erfolg aus: sogar ein 4. Platz bei der WM 2007 in Stuttgart und ein 5. Platz bei der EM 2008 in Moskau mussten verkraftet werden.
Warum so „schlecht“ nach dem tollen Erfolg mit der „Céline“ und der „Musica É“?
Einige munkeln es lag an der Farbe der Kleider: „Mit blau kann man doch kein Turnier gewinnen“. Andere wiederum meinten, es sei die Arroganz des Leittextes „Simply the Best“ gewesen. Woran auch immer es lag: diese Choreografie konnte leider nicht überzeugen und wurde deswegen in der Bundesligasaison 2009 verabschiedet.
Musica É
Aus der folgenden Musik gab es so manche Textstellen, die vom A- und später auch vom B-Team umgedichtet wurden.
Kein Wunder: kaum einer verstand, was genau gesungen wurde, da nahezu keiner der Sprache mächtig war: Italienisch, die wunderschöne Sprache der Liebe, Romantik und der Leidenschaft. Genau so wurde auch die Musik zur „Musica É“ arrangiert: kraftvoll, leidenschaftlich, mitreißend und positiv. Die Songtexte basieren auf bekannten Liebesliedern des italienischen Weltstars Eros Ramazotti. Das Selektieren der einzelnen Sequenzen verschiedener Songs war gar nicht so einfach, man verstand ja nichts. So kam es, dass Rüdiger Knaack und Thomas Kitta auf dem Weg ins Tonstudio nach München im ICE saßen und versuchten, sich die Songtexte zu übersetzen. Ihre Sitznachbarin bekam das mit und erzählte, dass ihr Sohn italienisch könnte. Also telefonierten die beiden abends noch mit dem Sohn der hilfsbereiten Dame und ließen sich den Text übersetzen. So konnten sie die richtigen Textstellen auswählen und zusammenschneiden. Beim Erklingen der Choreografie lässt man sich als Tänzer und Betrachter mitreißen und schmettert den ein oder anderen Song lautstark mit heraus, ganz egal ob auf Italienisch oder einer eigens kreierten Kunstsprache . So wurde im ersten Wiener Walzer zum Beispiel gerne mal eine „Pizza Calzone“ besungen.
Fun Fact am Rande: die Songs wurden spontan von einem Pizzabäcker eingesungen, da der eigentlich dafür ausgewählte Sänger nicht die erwartete Leistung abrufen konnte. Also musste spontan ein neuer Sänger her und einer der Musiker berichtete von seinem Kumpel, dem Pizzabäcker, der singen kann. Dieser wurde direkt angerufen, so dass er am nächsten Tag im Studio stand, die Lieder einsang und damit dem Braunschweiger TSC zu einer weiteren erfolgreichen Musik verhalf.
Die A-Formation gewann damit im Jahr 2005 das Triple: Europameisterschaft Zuhause, Deutsche Meisterschaft in Bremen und die Weltmeisterschaft in Polen.
Conquest of PARADISE
Céline
„Durchbruch. Herz. Erfolg.“
Mit diesen drei Worten beschreibt Felix Teufert heute seine erste A-Fo-Choreographie, bei der er im Stamm stehen durfte: die „Céline“. Hierfür nutzte Rudi ausschließlich Songs der weltberühmten Sängerin Céline Dion.
- „Durchbruch“, weil es Felix erste Choreografie als Stammherr für den BTSC war.
- „Herz“ , einerseits weil die Texte von Liebe, Sehnsucht und Hoffnung erzählen, andererseits weil er seine Liebe zum Tanzen nun auch in einer der weltbesten Formationen ausleben durfte.
Bereits nach der Saison 2003 mit der „Jekyll & Hyde“ war klar, dass der damals 18 Jährige nachrücken würde und ab sofort im Stamm tanzen darf. Dafür hat er eine Menge getan: unzählige Privatstunden, Gruppentrainings, Doppeltraining in der B-Formation und A-Formation und nächtliche Tanzeinheiten im elterlichen Wohnzimmer waren nötig, um den Sprung nach oben zu schaffen.
Der hat sich allemal gelohnt:
- „Erfolg“ stellte sich mit dieser Choreografie für Felix und seine Teamkameraden ein: Gold bei der Deutschen Meisterschaft 2003 in Braunschweig, Silber bei der Weltmeisterschaft 2003 in Stuttgart. Ebenfalls Silber ein Jahr später bei der Europameisterschaft in Moldawien, dafür aber Gold sowohl bei der DM in Düsseldorf und der WM in Braunschweig.
Nach den Erfolgen auf dem Tanzparkett der großen Hallen folgten diverse Shows. Felix berichtet von Wochenenden, an denen vier Shows getanzt wurden, u.a. im Fernsehgarten von ZDF oder auch 2004 beim Weihnachtsspecial von Stefan Raab.
Der Verein schaut auf zwei sehr erfolgreiche Jahre 2003 und 2004 zurück (31 Siege gegen nationale Konkurrenz in Folge) und verabschiedet im Februar 2005 die „Céline“, um Platz für was Neues zu machen.
MAGIC OF LOVE
Woran denken Sie, wenn Sie an „die Liebe“ denken?
An rote Herzen, Schmetterlinge im Bauch und das Läuten der Hochzeitsglocken? Oder vielleicht auch die berühmten Stehgeiger, die ein wunderschönes Candle-Light-Dinner begleiten und perfektionieren?
So liegt es nahe, dass die nächste Choreographie, die 2001 entstand, von wunderschönen Streichinstrumenten eingespielt und von namenhaften Sängern, wie Luciano Pavarotti oder Lionel Richie, untermalt wird: Es geht um die „Magic of Love“.
Hierbei stehen die weichen, zarten Klänge im Vordergrund. Deswegen beginnt der Hauptteil mit einem emotionalen Langsamen Walzer, um die entsprechende Stimmung beim Publikum zu erzeugen. Auch die Hebefigur zu Beginn der Choreografie und das Kuscheln in der langen Diagonale zeigen die innige Beziehung zwischen Mann und Frau und verbildlichen so die „Magie der Liebe“.
Insgesamt zeichnet sich die Choreografie durch die schnellen Wechsel der Tempi zwischen schnell/langsam und langsam/schnell, sowie der engen, geschlossenen Bewegungen aus, was es zu der damaligen Zeit so vorher noch nicht gegeben hat. Es benötigt eine ausgezeichnete tänzerische Qualität, um zu bestehen.
JEKYLL AND HYDE
Wir schreiben das Jahr 1999.
In Bremen, nicht unweit von Braunschweig entfernt, wird ein neues Musical im Musicaltheater uraufgeführt, welches Gutes verspricht.
Die Braunschweiger Formation fuhr mitsamt der Trainer nach Bremen und schaute es sich an, da es die Grundlage für die neue Choreografie bildete, die erfolgreicher werden sollte als die letzte: „Jekyll & Hyde“ – die Geschichte von Gut und Böse.
Dem Wissenschaftler Dr. Jekyll ist es gelungen, ein Mittel zu entwickeln, mit dem es möglich sein soll, das Gute und Böse im Menschen voneinander zu trennen. Er unterzog sich einem Selbstversuch und verwandelte sich in den bösartigen und mordenden Mr. Hyde.
Das Musical thematisiert den Gegensatz zwischen Gut und Böse und mischt noch etwas Liebe zu einer wunderschönen Frau namens Lucy hinzu.
Rüdiger Knaack ist fasziniert von dem Gegensatz Gut und Böse, wie Licht und Schatten (Light & Darkness), weich und hart, zerbrechlich und stark und möchte die Story inkl. der Kontraste auf die Fläche bringen.
Durch die Kontraste entsteht sowohl in der Stimmung als auch in der Musik ein maximaler Stimmungsbogen, den es durch das Tanzen darzustellen galt. Um das hinzukriegen, wird der Tanzwechsel direkt mit dem ersten Ton des neuen Tanzes vollführt und in der Körpersprache deutlich. Oft wechselnde Tempi, harte Akzente und rasche Momente sorgen für eine mitreißende und energiegeladene Choreografie.
Die Bildentwicklung ist raffiniert: innerhalb einer Figur wird von Bild zu Bild gewechselt.
All das sorgte dafür, dass die „Jekyll & Hyde“ wieder zu alten Erfolgen zurückkehren konnte. Im ersten Jahr „nur“ Silber national und Bronze international, konnte an die Formation im zweiten Jahr (2000) nichts mehr herangekommen, so dass sowohl bei der Deutschen Meisterschaft als auch bei der Weltmeisterschaft Gold geholt wurde.
LULU
Wie es zu der Auswahl der nächsten Musik kam, war ähnlich wie die Jungfrau zum Kinde kam.
Das Palastorchester und Max Raabe (@maxraabeundpalastorchester) kamen auf den Braunschweiger TSC zu, da sie Hilfe bei der Aufnahme einer Tanz-CD brauchten. Getreu dem Motto „eine Hand wäscht die andere“, half der BTSC und bekam dafür im Gegenzug die Formationsmusik zur „Lulu“.
Der Musik konnte Knaack erst nichts abgewinnen. Nach mehrmaligem Reinhören erkannte er jedoch den Charme und Witz des Sounds und vor allem der Texte und wollte genau diese beiden Aspekte auch tänzerisch hervorheben. Das, was man hört, soll dargestellt werden.
Seiner Linie und seinen musikalischen Grundsätzen treu bleibend, musste auch dieses Mal das Gehörte tänzerisch, gestisch und insbesondere mimisch umgesetzt werden.
Gerade die feinen Details der Texte in dieser Musik sollten ein Highlight werden, da sie das besondere der kompletten Choreografie darstellen. (Zum Beispiel werden die Damen hinter den Herren „hergezogen“ während Max Raabe von Fischern singt, die ihre Boote aufs Meer hinaus ziehen.)
Die Umsetzung dieser prägnanten Texte führte letztendlich dazu, dass sich zwei Lager bildeten: die einen, die die Musik und Choreografie liebten und die anderen, die das Gefühl hatten, dass Knaack mit seiner Mannschaft das Formationstanzen nicht ganz Ernst nahm.
So kam es, dass die Mannschaft inkl. Trainerteam sowohl von der EM 1998 in Moldawien als auch von der DM 1998 in Köln mit einem 4. Platz nach Hause kehrten und somit nicht an der WM Zuhause in Braunschweig teilnehmen durften. „Das war eine bittere Erfahrung, auf die wie gerne verzichtet hätten“, so Knaack jetzt viele Jahre später über die damaligen Ergebnisse.
Aufgrund dessen wurde die „Lulu“ lediglich ein Jahr getanzt und 1999 eine neue Musik präsentiert.
